“Ist der Ruf erst ruiniert…”

Date: 25. July 2019

Time: 20:00 - 23:00 Uhr

Location: Universität Passau, Hörsaal 3

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Die Deutsche Burschenschaft in der völkisch-autoritären Sammlungsbewegung

Noch vor gut zehn Jahren drohte die Deutsche Burschenschaft in der politischen Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Mit dem Einzug der AfD in die Parlamente jedoch ergaben sich für die elitären und nationalistischen Studenten neue Karriereoptionen. Ein Blick auf die Entwicklung des aktuellen Rechtstrends zeigt: die Burschenschafter haben dabei an wichtigen Stellen mitgewirkt.

Sonja Brasch zeigt auf, warum die Verbinder strukturell und historisch für die rechte Sammlungsbewegung relevant sind und an welchen Stellen sie zu finden sind.

Dieser von LUKS Passau organisierte Vortrag ist Teil einer Vortragsreihe zur Kritik an Studentenverbindungen, welche im Rahmen der Kampagne Völkische Verbindungen kappen - Gegen Faschismus jeder Couleur stattfindet.

„Durch Reinheit zur Einheit!“ Der Frauen- und Intellektuellenhass der Burschenschaften als (struktureller) Antisemitismus

Date: 6. June 2019

Time: 20:00- 23:00 Uhr

Location: Universität Passau, Hörsaal 3

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Der studentische Männerbund ist die ideale Organisationsform völkischer Weltanschauung, seine Mitglieder wurden Ende des 19. Jahrhunderts zur Avantgarde des Erlösungs- und Vernichtungsantisemitismus. Den Studentenverbindungen kommt daneben seit damals die Funktion einer männlichen Elitenreproduktionsstätte zu. Er dient(e) darüber hinaus dem Zweck, vorm Hintergrund eines strikt dualen Modells der Geschlechter alle, dem männlichen Stereotyp widersprechenden Einflüsse von konstruierter Weiblichkeit aus der Sphäre der eigenen Sozialisation wie der bürgerlichen Öffentlichkeit fernzuhalten. Als auch symbolisch inszenierte Separation von allem Weiblichen haben Männerbünde eine funktionale Bedeutung für die Ausbildung martialisch-heroischer oder soldatischer Männlichkeit, die demokratisch-zivilisatorische Einflüsse als weiblich und dem deutschen (männlichen) Wesen entgegengesetzt denunziert.
Am Beispiel der völkischen Korporationen lässt sich leicht zeigen, wie berechtigt Adornos und Horkheimers Annahme ist, dass die „Erklärung“ des Frauenhasses zugleich „die des Judenhasses“ sei. Ähnliches lässt sich auch über den Antiintellektualismus sagen: Die Intellektuellen drohen mit ihrer Fähigkeit und Bereitschaft zur Kritik die Volksgemeinschaft zu zersetzen. Und genau das macht sie zu Juden, diesem ewigen Ferment der Zersetzung. Den Frauen wird der soldatische Mann gegenübergestellt, den Intellektuellen der Akademiker – beide heben sich vor allem dadurch aus der (verweiblichten) Masse: dass sie bereit sind, sich für das Ganze, das immer das Falsche ist, zu opfern.

Vortrag und Diskussion mit Andreas Peham (DÖW, FIPU)
Im Rahmen der Kampagne "Völkische Verbindungen Kappen - Gegen Faschismus jeder Couleur!" organisieren verschiedene Gruppen Vorträge rund um das Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen. Dieser Vortrag wurde organisiert von LUKS Passau.

Einlassvorbehalt

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, sexistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Der studentische Männerbund ist die ideale Organisationsform völkischer Weltanschauung, seine Mitglieder wurden Ende des 19. Jahrhunderts zur Avantgarde des Erlösungs- und Vernichtungsantisemitismus. Den Studentenverbindungen kommt daneben seit damals die Funktion einer männlichen Elitenreproduktionsstätte zu. Er dient(e) darüber hinaus dem Zweck, vorm Hintergrund eines strikt dualen Modells der Geschlechter alle, dem männlichen Stereotyp widersprechenden Einflüsse von konstruierter Weiblichkeit aus der Sphäre der eigenen Sozialisation wie der bürgerlichen Öffentlichkeit fernzuhalten. Als auch symbolisch inszenierte Separation von allem Weiblichen haben Männerbünde eine funktionale Bedeutung für die Ausbildung martialisch-heroischer oder soldatischer Männlichkeit, die demokratisch-zivilisatorische Einflüsse als weiblich und dem deutschen (männlichen) Wesen entgegengesetzt denunziert.
Am Beispiel der völkischen Korporationen lässt sich leicht zeigen, wie berechtigt Adornos und Horkheimers Annahme ist, dass die „Erklärung“ des Frauenhasses zugleich „die des Judenhasses“ sei. Ähnliches lässt sich auch über den Antiintellektualismus sagen: Die Intellektuellen drohen mit ihrer Fähigkeit und Bereitschaft zur Kritik die Volksgemeinschaft zu zersetzen. Und genau das macht sie zu Juden, diesem ewigen Ferment der Zersetzung. Den Frauen wird der soldatische Mann gegenübergestellt, den Intellektuellen der Akademiker – beide heben sich vor allem dadurch aus der (verweiblichten) Masse: dass sie bereit sind, sich für das Ganze, das immer das Falsche ist, zu opfern.

Vortrag und Diskussion mit Andreas Peham (DÖW, FIPU)

Im Rahmen der Kampagne "Völkische Verbindungen Kappen - Gegen Faschismus jeder Couleur!" organisieren verschiedene Gruppen Vorträge rund um das Thema Burschenschaften und Studentenverbindungen. Dieser Vortrag wurde organisiert von LUKS Passau.

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Für Gott und Vaterland? Über christliche Studentenverbindungen

Date: 2. July 2019

Time: 20-22 Uhr

Location: Uni Passau, Hörsaal 12, Informatikum

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Pro Choice Passau im Rahmen von Verbindungen Kappen

Jenseits der skandalumwitterten Burschenschaften gibt es eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Formen von Studentenverbindungen. Viele davon verstehen sich explizit als christlich. Im Vortrag soll ein kritischer Blick auf diese christlichen Studentenverbindungen geworfen werden. Auf katholischer Seite sind die Dachverbände Cartellverband, Kartellverband und Unitas die akademische Kaderreserve des katholischen Konservatismus, auf protestantischer Seite nimmt der Wingolfsbund diesen Platz ein.
Zu den übrigen Studentenverbindungen gibt es neben Trennendem durchaus auch einiges Verbindendes, etwa das Selbstverständnis als Elite, der Männerbund-Charakter (bis auf Unitas). Das konservative-reaktionäre Element kommt u.a. durch die Einstellung zum Thema Schwangerschaftsabbruch zum Vorschein, der auch betrachtet werden soll.

Referent ist Lucius Teidelbaum, ein freier Journalist, Publizist und Rechercheur zum Thema extreme Rechte und anliegende Grauzonen. Von ihm erschien u.a. im Unrast-Verlag das Büchlein „Die christliche Rechte in Deutschland“ (2018).
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Dieser von Pro Choice Passau organisierte Vortrag ist Teil einer Vortragsreihe zur Kritik an Studentenverbindungen, welche im Rahmen der Kampagne Völkische Verbindungen kappen - Gegen Faschismus jeder Couleur stattfindet.
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Einlassvorbehalt
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.